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Die Stadt als Disco-Investor?

Am letzten Augustwochenende wurden die Veranstaltungsräume der „ExRakete“ im Keller des Palais Walderdorff mit Partys eröffnet. Die aufwendigen und teuren Sanierungsarbeiten des Kellergewölbes zogen sich über mehr als ein halbes Jahr und wurden zum größten Teil von der Stadt bezahlt. Leider liegen dem Stadtrat bis heute keine konkreten Zahlen dazu vor. Grund der Herrichtung der Räume war die Suche nach Ausweichmöglichkeiten für Veranstaltungen des ExHauses e.V., welche aufgrund der notwendigen Umbauarbeiten im Exellenzhaus dort nicht mehr stattfinden können. Von Seiten der Verwaltung heißt es, „der Betrieb des ExHauses finanziert sich zu großen Teilen über Veranstaltungserlöse“. Und diese Veranstaltungen sind Teil des für die Stadt so wichtigen Jugend- und Kulturprogramms.

Die Existenz des Vereins und seine Arbeit als wichtiger Beitrag zur Jugendarbeit in und um Trier sind für uns unstrittig.Trotzdem stellen wir kritisch die Frage, ob die teure Herrichtung einer Diskothek – und nichts anderes ist die „ExRakete“ – und die mietfreie Überlassung der Räume, Teil eines städtisch geförderten Jugendprogramms sein muss, angesichts der jetzigen desolaten Finanzlage der Stadt?

Die Partyformate der „ExRakete“ sind Kopien des Angebots der privatwirtschaftlich betriebenen Diskotheken/Clubs in unserer Stadt. Nur kann sich offensichtlich der Verein als Partyveranstalter darauf verlassen, dass er von der Stadt zur Not finanzielle Unterstützung erwarten kann, falls sich finanzielle Defizite ergeben. Hier wird unter dem Deckmantel der „Jugendarbeit“ eine eventuell defizitäre Diskothek mit Steuergeldern subventioniert.

Diese Situation führt zu einer Wettbewerbsverzerrung, die die FDP-Fraktion auf keinen Fall gut heißen kann.

Katharina Haßler, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende

2016-09-19T15:16:27+02:00 19. September 2016|Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

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