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Theater Trier: Ein Possenspiel

Fassen wir nochmal zusammen: 2013 beschließt der Stadtrat, ohne langfristige Finanzierungsstrategie, den bedingungslosen Erhält aller Sparten am Theater. Der Betrieb soll schnellstmöglich in eine AöR ausgelagert werden. 2014 holt man den neuen Intendanten Karl Sibelius, der als Fachmann für Theatermanagement gilt. Der Vertrag mit Sibelius wird zunächst auf ein Jahr befristet, weil man bis dahin endlich die AöR auf den Weg bringen möchte. Die erste Spielzeit verläuft mit vielen Kontroversen und mit vielen personellen Veränderungen im Haus, wie beispielsweise der Entlassung des Schauspieldirektors. Von der Kritik wird der neue Intendant häufig gelobt, die Besucher am Augustinerhof bleiben jedoch zunehmend aus. In der Folge entsteht durch fehlende Einnahmen, zum Teil viel zu teure Inszenierungen und eine katastrophale Kommunikation innerhalb von Verwaltung und Theater ein massives Defizit. Die Situation ist so dramatisch, dass kurzfristig eine Haushaltssperre verhängt werden muss. Die Kritik an Intendant und Kulturdezernat wächst und man entscheidet sich dem Intendanten einen Verwaltungsdirektor an die Seite zu stellen. Der Vertrag mit dem Intendanten wird auf dieser Basis verlängert, als Ausgleich übernimmt er zusätzlich die Aufgaben des Schauspieldirektors. Doch damit nicht genug, der alte Schauspieldirektor kehrt kurz darauf nach einem erfolgreichen Gerichtsprozess an das Theater zurück.
Aber auch für die Zukunft erwarten uns noch viele interessante Themen: Wer soll der Verwaltungsdirektor werden? Wann kommt endlich die AöR? Wie wird es zwischen Intendant und Schauspieldirektor weitergehen? Wie entwickelt sich der Haushalt?
Also genau der richtige Stoff, um das Ganze als Possenspiel auf die Bühne zu bringen. Schade nur, dass hier in Trier all dies bittere Realität ist, bezahlt von den Steuerzahlern.
Tobias Schneider, Fraktionsvorsitzender
2016-09-13T10:52:33+02:00 13. September 2016|Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

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