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Marx-Ausstellung enttäuscht

Als FDP-Fraktion sehen wir uns aufgrund der enttäuschenden Besucherzahlen der Marx- Ausstellung in unserer Kritik an der Ausrichtung der Ausstellung bestätigt. Mit rund 80.000 Besuchern bisher bleibt die unter dem Motto „Leben.Werk.Zeit.” stehende Ausstellung zu Karl Marx weit hinter den Vorgängerausstellungen zu Nero (272.000 Besucher) und Konstantin (800.000 Besucher) zurück. Angesichts der zuvor, insbesondere auch von einzelnen Vertretern in der Politik, geschürten Erwartung an eine Mega-Marx-Ausstellung sind die aktuell vorgelegten Zahlen nun mehr als ernüchternd.

Im Vorfeld haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass wegen der großen Polarisierung rund um die Person Karl Marx und seine Werke eine ausgewogene und kritische Ausstellung das Marx-Jahr begleiten muss. Die gewählte Zielsetzung einer reinen Betrachtung der historischen Person Karl Marx in seiner Zeit, um ihn „von ideologischem Ballast zu befreien”, und die weitgehende Ignoranz gegenüber der Wirkungsgeschichte offenbaren sich nun auch tatsächlich als schwerer Fehler.

Im Vergleich zur Konstantin-Ausstellung, die vor elf Jahren mit 800.000 Besuchern (354.000 verkaufte Tickets) eine Topmarke aufstellte und auch zur Nero-Ausstellung vor zwei Jahren bleibt die Karl-Marx Ausstellung nun weit dahinter zurück. Wenn man noch bedenkt, dass in diesen Zahlen zudem bereits 29.000 Besucher der neuen Dauerausstellung im Karl-Marx-Haus enthalten sind und somit nur rund 50.000 Besucher die eigentliche Landesausstellung sehen wollten, muss man konstatieren, dass viele Menschen offenbar kein Interesse an einem von ideologischem Ballast befreiten Marx haben.

Wenn in den nächsten zwei Monaten nun kein Wunder geschieht, ist aktuell zu befürchten, dass wir im Oktober nach dem Ende der Ausstellung von einem Marx-Flop sprechen müssen.

Tobias Schneider

2019-02-07T12:21:53+01:00 21. August 2018|Allgemein, Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

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