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Die Gesundheitskarte als Erfolg?

Vor zwei Jahren hat der Stadtrat die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge, Asylbegehrende und Sozialhilfeberechtigte ohne Krankenversicherung beschlossen. Wir enthielten uns damals bei der Abstimmung, weil wir von der Argumentation der Befürworter der Gesundheitskarte nicht vollständig überzeugt waren. Das vorrangige Ziel des Einsatzes dieser eGK sollte Entbürokratisierung und Kostensenkungen im Gesundheitsbereich sein. Wir waren skeptisch, dass dies durch diese Maßnahme erreicht werden könnte, nachdem einige kommunale Spitzenverbände und selbst die Stadtverwaltung vor Kostensteigerungen und mehr Verwaltungsaufwand gewarnt hatten. Damals erschien uns das Vorhaben wie ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Wir waren weniger optimistisch als andere Fraktionen, die die Einführung der eGK schon als Erfolg bezeichneten, noch bevor verlässliche Daten und Erfahrungen vorlagen.

Nach über einem Jahr Erfahrung konnte die Stadtverwaltung eine erste Einschätzung über Erfolg oder Misserfolg geben. Schon einige Monate nach dem Start der Karte zeichnete sich ein größerer bürokratischer Aufwand ab. Und die neuesten Informationen aus der Verwaltung bestätigen diese Tendenz. Bei der Beantwortung einer Anfrage in der vergangenen Stadtratssitzung hieß es: „Finanzielle Einsparungen der Leistungen der Krankenhilfe aufgrund der Abrechnung über die Krankenkasse sind nicht feststellbar. Eine Reduzierung des Verwaltungsaufwandes ist aufgrund der mit der Karte verbundenen administrativen Aufgaben […] nicht gegeben.”

Somit wurden leider unsere Befürchtungen bestätigt. Die anderen Fraktionen, die die Einführung der eGK unbedingt in Trier durchdrücken wollten, werden die Einführung der Karte trotzdem als Erfolg bezeichnen. Schade.

Katharina Haßler

2019-02-07T12:41:41+01:00 30. Oktober 2018|Allgemein, Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

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