/, Fraktion, Rathauszeitung/Mehr Realismus bei der Planung

Mehr Realismus bei der Planung

Derzeit befindet sich der Doppelhaushalt der Stadt Trier für die Jahre 2019 und 2020 zur Vorberatung in den Fachausschüssen. Im Dezernat IV fällt damit der Blick auch wieder auf die Realisierungsgrade bei Bauvorhaben. Im vergangenen Jahr wurde hierzu bei der Verabschiedung des Nachtragshaushalts bereits intensiv diskutiert, weil man damals viele Projekte, die eigentlich schon für 2017 eingeplant waren, nach 2018 verschieben musste. Der Realisierungsrad im Jahr 2017 fiel entsprechend dürftig aus. In der folgenden Diskussion versprach die Verwaltung damals, dass man für 2018 besser planen wolle und man von einem Realisierungsgrad nahe der 100 Prozent ausgehe.

Heute steht nun aber bereits fest, dass man von diesem Ziel Lichtjahre entfernt ist. Zwar hat sich der Realisierungsgrad beispielsweise bei der Gebäudewirtschaft auf über 60 Prozent verbessert, beim Tiefbau liegt aber die Prognose für 2018 bei nur rund 45 Prozent.

Wo genau liegt jetzt aber das Problem? Die Folge dieser Entwicklungen ist ein Investitionsstau, den die Stadt vor sich herschiebt. Circa 110 Millionen Euro stehen hier noch auf dem Zettel. Bei weiterhin niedrigen Realisierungsgraden entsteht hierdurch auch ein Demokratieproblem. Denn durch die Verabschiedung des Haushaltes geben der Stadtrat und die Verwaltung gegenüber den Bürgern das Versprechen ab, die im Haushalt geplanten Projekte auch umzusetzen. Passiert das nicht, entstehen Frust und Ärger über lange Bauzeiten oder über die wiederholte Verschiebung von Bauprojekten.

Als FDP-Fraktion fordern wir daher ganz klar realistischere und ehrlichere Planungen. Schlimmer, als den Bürgern zu sagen, dass das heiß ersehnte Bauprojekt erst in zwei oder drei Jahren kommt, ist es, ihnen die Realisierung jedes Jahr zu versprechen und die Erwartungen dann jedes Jahr erneut zu enttäuschen.

 

Tobias Schneider

2019-02-07T12:43:53+01:00 6. November 2018|Allgemein, Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

Leave A Comment