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Pflegenotstand in Trier

Vor wenigen Tagen wurden auch wir Mitglieder des Stadtrates von der Mitteilung überrascht, dass im Mutterhaus bereits seit fast einem Jahr ein Aufnahmestopp für Kinder mit Krebserkrankungen herrscht und man nun entschieden hat die Kinderkrebsstation komplett zu schließen. Eine Nachricht, die viele Menschen schockiert hat. Neben dem Schicksalsschlag mit der Krebserkrankung eines Kindes umgehen zu müssen, bedeutet diese Entscheidung nun zusätzlich, dass betroffene Familien bis nach Homburg fahren müssen, um sich um ihr schwer krankes Kind kümmern zu können.

Ein Begriff, der bereits seit langem durch die Medien geistert, dabei aber immer eine gewisse abstrakte Bedeutung hat, wird an diesem Beispiel nun ganz real greifbar: Pflegenotstand. Das Mutterhaus schließt die Kinderkrebsstation nicht aus Kostengründen oder ähnlichem, sondern weil das Fachpersonal für die Pflege fehlt. Was kann die Politik hierbei tun?

  • Die Einkommensbedingungen in den Pflegeberufen müssen dringend verbessert werden, um mehr Menschen trotz der massiven körperlichen und psychischen Herausforderungen in diese Berufe zu bringen.
  • Die Bundespolitik muss es ausländischen Fachkräften einfacher und unkomplizierter ermöglichen, nach Deutschland zu kommen, wenn sie hier eine Perspektive zum Beispiel in den Pflegeberufen haben.
  • Auf kommunaler Ebene können wir hier in Trier unsere Bemühungen intensivieren, Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegefachkräfte zu schaffen und so hier vor Ort das benötigte Personal zu gewinnen. Die Stadt könnte hier zum Beispiel dabei helfen, Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen.

Der Pflegenotstand ist schon lange auch in Trier angekommen und wird insbesondere für die Zukunftsfähigkeit als Gesundheitsstandort eine der zentralen Herausforderungen sein.

Tobias Schneider

2019-02-07T11:40:18+02:00 20. November 2018|Allgemein, Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

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