/, Fraktion, Rathauszeitung/48 Millionen fürs Theater

48 Millionen fürs Theater

48 Millionen Euro – so viel soll nun also die Sanierung des maroden Trierer Theaters kosten. Im Rathaus geht man von einer noch nicht bestätigten Förderung durch das Land in Höhe von rund 25 bis 30 Millionen Euro aus. Der Rest bliebe an der Stadt hängen und müsste im Laufe der Bauzeit gezahlt werden.

20 bis 25 Millionen Euro werden also von den Triererinnen und Trierern aufgebracht werden müssen. Bereits im aktuellen Haushalt wurden zum Zwecke der Konsolidierung die Grund- und die Gewerbesteuer erhöht. Es ist kaum vorstellbar, wie die Summe fürs Theater aufgebracht werden soll, ohne die Bürger erneut mit Gebühren- und Steuererhöhungen zur Kasse zu bitten.

Die Frage, die sich nun alle Verantwortlichen stellen sollten, ist, inwiefern diese Investition zu rechtfertigen ist. Der Mehrheit des Stadtrats und dem Stadtvorstand fällt nun auf die Füße, dass man sich in der Vergangenheit kategorisch geweigert hat, auch nur im Ansatz über die Struktur des Hauses zu sprechen.

Die aktuellen Planungen sind ein anspruchsloses „weiter so”. Eine langfristige Konzeption, die sich auch an den Anforderung eines moderne Theaters ausrichtet, gibt es nicht und wurde vom Stadtrat sogar abgelehnt. Ein Leuchtturmprojekt entsteht auf diese Weise nicht.

Es fehlt eine klare Vision für das Haus. Welches Profil soll das Trierer Theater in Zukunft haben? Welche Kooperationen mit anderen Theatern in der Region wären möglich? Wo sind Synergien möglich, um Kosten einzusparen? Diese Fragen und noch viele weitere wurden bislang noch nicht mal im Ansatz beantwortet.

Vor diesem Hintergrund sehen wir die aktuellen Planungen mehr als kritisch. Es ist durchaus legitim, Geld in Kultureinrichtungen zu stecken, wenn das Konzept überzeugend ist. Leider ist das ambitionslose Konzept für das Trierer
Theater derzeit alles andere als überzeugend.

Tobias Schneider

2019-02-07T11:53:35+01:00 18. Dezember 2018|Allgemein, Fraktion, Rathauszeitung|0 Comments

Leave A Comment